Bemerkenswertes

Sherlock: Mentale Vorgänge filmisch abbilden.

Dass die aktuelle Staffel der großartigen Serie Sherlock einige großartige Szenen enthält, sehe zum Glück nicht nur ich allein so. Nerdwriter hat in einem Video meine Lieblingsfolge der Staffel auseinander genommen und spricht darin darüber, wie die Filmemacher mit großartigen Shots, durch Perspektiven und den Einsatz von speziellen Objektiven die mentalen Zustände des Hauptcharakters gezeigt haben.

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Momente

Die alte Frau am Fenster

Früher sah ich oft eine alte Frau am Fenster stehen. Sie stützte die Arme auf die Fensterbank und tat nichts, außer schauen. Manchmal weit in die Ferne, manchmal direkt in mein Gesicht.

Im Fenster neben ihr saß ein Wellensittich in seinem viel zu kleinen Käfig. Zwar war es dieselbe Wohnung, doch beide waren nie an einem Fenster, immer war der Vogel an dem einen, die alte Frau an dem anderen.

Den genauen Zeitpunkt, an dem ich aufhörte, die alte Frau am Fenster zu sehen, nahm ich gar nicht wahr. Da war ja noch der Vogel. Es gab nie den Gedanken: ›Oh, die alte Frau ist nicht am Fenster‘. Erst später fiel es mir auf: ihr Fenster war plötzlich leer, während der Wellensittich nach wie vor in seinem zu kleinen Käfig hüpfte dort in seinem zweiten Fenster.

Dann, von einem Tag auf den anderen, war auch er verschwunden.

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Denkt niemand an die Tiere?

Podcast des SWR2 über Tierethik.

Toller Podcast vom SWR2 darüber, wie unsere Einstellung gegenüber Tieren auf Jahrhunderte alten Ansichten basiert und nichts mit aktueller Kognitionsforschung und Ethikverständnis zu tun hat.

Wir dürfen vitale Interesse (Leben) nicht weniger gewichten als triviale Interessen (Fleisch, Milch, Eier).

Deshalb: Tieren in unsere moralische Gruppe heben und ihnen gewisse Rechte zugestehen, darunter selbstverständlich das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

Link: https://overcast.fm/+zesUBr4

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Unterwegs

Barcelona in Bildern.

1998 war ich auf Mallorca, aber abgesehen von diesem einen Urlaub, der in meinen Erinnerungen kaum noch vorkommt, war ich noch nie in Spanien. Umso spannender diese einwöchige Reise nach Barcelona. Doch anstatt Worte verliere ich dieses Mal Bilder, die ich dort geschossen habe. Keine Sehenswürdigkeiten und doch sehenswert.

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Das Internet geht nicht mehr weg

Über Snapchat

Snapchat wird von über 100 Millionen Menschen täglich genutzt. Im Gegensatz zu anderen Social Networks, sogar im Gegensatz zu einem gelernten Prinzip des Internets, sind veröffentlichte Inhalte nach wenigen Sekunden, höchstens aber nach 24 Stunden, wieder von der Bildfläche verschwunden. Es ist gerade auch diese Flüchtigkeit, die den Reiz aus macht. In diesem Beitrag versuche ich zu ergründen, welche vorhandenen Verhaltensmuster und Bedürfnisse Snapchat ermöglichen — und welche durch Snapchat ermöglicht werden.

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Rezension

Seethaler. ›Ein Ganzes Leben‹.

 

Ginge es nach ihm, würde er für den Rest seines Lebens an irgendeinem Wegrand sitzen, Hand in Hand mit Marie, an einem harzigen Baumstamm gelehnt.


Es sind einfach schöne und klingende und schönklingende Worte, die der österreichische Schriftsteller Robert Seethaler in ›Ein Ganzes Leben‹ zu feinen Sätzen aneinander reiht. Genau darin liegt für mich die Magie des Buches: in seiner wunderbaren Sprache. Doch auch der Inhalt, die im Titel bereits angedeutete Lebensgeschichte, hat es in sich.

Egger kam wieder zu Kräften. Allerdings blieb sein Bein krumm, und fortan musste er sich hinkend durchs Leben bewegen. Es war, als ob sein rechtes Bein immer einen Augenblick länger brauchte als der restliche Körper, als ob es sich vor jedem einzelnen Schritt erst besinnen müsste, ob er eine derartige Anstrengung überhaupt wert wäre.


Wie Seethaler poetisch von Andreas Egger und dem Tal schreibt, in das Egger mit ungefähr vier Jahren purzelte, sucht seinesgleichen. Der Autor erzählt anekdotisch die Geschichte eines Mannes, der trotz vieler Rückschläge ohne Missmut und mit einer gehörigen Portion Hoffnung durchs Leben geht.

Meistens schwieg Egger während seiner Touren. »Wem das Maul aufgeht, dem gehen die Ohren zu, hatte Thomas Mattl immer gesagt, und Egger teilte diese Ansicht. Statt zu reden, hörte er lieber den Leuten zu, deren atemloses Geplapper ihn in die Geheimnisse fremder Schicksale und Ansichten einführte. Offenbar suchten die Menschen in den Bergen etwas, von dem sie glaubten, es irgendwann vor langer Zeit verloren zu haben. Er kam nie dahinter, um was es sich dabei genau handelte, doch wurde er sich mit den Jahren immer sicherer dass die Touristen im Grunde genommen weniger ihm als irgendeiner unbekannten, unstillbaren Sehnsucht hinterherstolperten.


›Ein Ganzes Leben‹ ist empfehlenswert für denjenigen, der nicht nach der großen Action auf jeder Seite sucht, sondern im Kleinen, nur Angedeuteten, viel entdecken möchte.

Die alte Frau saß alleine an ihrem Tisch. Sie hatte die Ellbogen aufgestützt und das Gesicht in den Händen verborgen. Vor ihr stand der große Radiokasten, aus dem sonst um diese Zeit entweder Blechmusik oder Adolf Hitlers aufgebrachte Redeschwälle tönten. Diesmal war das Radio aus und Egger hörte das leise Schnaufen der Alten, die in ihre Hände hineinatmete. »Ist Ihnen nicht gut?« fragte er. Die Wirtin hob den Kopf und sah ihn an. In ihrem Gesicht waren die Abdrücke ihrer Finger zu sehen, blasse Streifen, die sich nur langsam wieder mit Blut füllten. »Wir haben Krieg«, sagte sie. »Wer behauptet das?«, fragte Egger. »Na, das Radio«, sagte die Alte und warf dem Kasten einen feindseligen Blick zu.


Eine schöne Rezension, in der sie auch auf den Inhalt des Buches eingeht, hat Olivia geschrieben

Der Bürgermeister war nun kein Nazi mehr, statt Hakenkreuzfähnchen hingen wieder Geranien vor den Fenstern und auch sonst hatte sich viel verändert im Dorf.
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Rezension

Drei Stunden Rassismus.

Am Wochenende habe ich eine schon etwas ältere, sehr sehenswerte Dokumentation über Rassismus gesehen. Der von der BBC ausgestrahlte dreiteilige, dreistündige Beitrag zeigt eindrucksvoll das Aufkommen des Rassismus von seinen Anfängen im Kolonialismus, die Verklärung zur Wissenschaft (u.a. mit der Eugenik), die menschenverachtenden Auswüchse über mehrere Jahrhunderte, aber auch die ideologischen Vorbereitungen bereits durch antike Denker wie Aristoteles. Beleuchtet wird auch die wirtschaftliche Komponente der Sklaverei (und mit ihr eines der stärksten Treibers für Rassismus). Prädikat sehenswert.

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Unterwegs

Wind und Winter in Kopenhagen.

Neujahr verbrachte ich in Kopenhagen. Es war mein zweiter Besuch, der erste fand während einer längeren, und meiner ersten, Skandinavienreise statt. Damals sagte man mir in Helsingborg, das Beste was ich hier machen könnte, wäre, mit der Fähre nach Dänemark und dann weiter mit dem Zug nach Kopenhagen zu fahren. Einige Schnipsel meiner Erlebnisse beim zweiten Besuch.

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Discovering the good things in life

Habitica: Mit Gamification Aufgaben und Habits besser verwalten

Aktuell habe ich eine sehr ungewöhnliche Methode, um meine ToDos zu erledigen: Ich setze mir dafür Termine im Kalender. ›Dienstag 20 Uhr, 30 Minuten: Abwasch‹ etwa. Oder ›Samstags: 16 Uhr, eine Stunde Schwedisch lernen‹. Dies ist das bis heute beste System, mir Ziele zu setzen und diese auch gleichzeitig zu erreichen. Dann erzählte mir Falk Ebert von Habitica, das er bereits seit einer Woche gezielt einsetzte.

Habitica ist eine Aufgaben- und Konditionierungs-Plattform mit Gamification-Ansatz: für abgeschlossene Aufgaben oder positives Verhalten bekommt man etwa Goldmünzen oder Erfahrungspunkte. Mit diesen wiederum kann man seinen Spiele-Charakter ausbilden oder ihm eine bessere Ausrüstung kaufen. 

Zuerst legt man Habits, täglich zu erledigende Aufgaben (Dailies) und einmalige Aufgaben an. Sie ordnet man auf einer Skala von einfach bis schwer ein, diese bestimmt nach der Erledigung die Punktanzahl. Zudem gibt es noch die Kategorie Rewards, also etwas, das man sich gönnt. Hierfür bezahlt der User mit Gold, der für erledigte Aufgaben gesammelten Währung. Belohnungen für erledigte Aufgaben, sozusagen.

Mein System sieht dabei wie folgt aus: unter Habits habe ich Aktivitäten zusammengefasst, die mir schwer fallen, ich aber prinzipiell öfter machen möchte. Wo der Planer sagt: Super Sache, aber spontan Handelnde es dann aber aufschiebt oder anders sieht (in Anlehnung an das Buch Nudge, welches ich gerade gelesen habe). Spazieren gehen. Oder gesunde Ernährung. Halte ich mich an meinen eigenen Plan, kann ich mir Belohnungen kaufen oder meinen Charakter weiterentwickeln.

Dailies sind regelmäßige Aufgaben. Schwedisch oder Schach lernen, lesen. Erledige ich sie nicht am vereinbarten Tag, wird meinem Charakter Leben abgezogen. Auch normale ToDos funktionieren nach eben diesem Prinzip.

Habitica könnte die erste Aufgaben-App sein, die ich tatsächlich nutze. Zwar ist optisch noch Verbesserungspotential gegeben, aber die Funktionen scheinen durchdacht und sinnvoll. Es macht Spaß, die App zu öffnen, Dinge abzuhaken, Neue aufzunehmen und… Oh, gerade ist mein Zombie-Ticker geschlüpft — um den muss ich mich jetzt kümmern.

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