Rezension

Durch die Sterne die eigene Bedeutung im Universum verstehen.

Ich lese derzeit das Buch Religion for Atheists von Alain de Botton, in dem es darum geht, was säkulare, atheistische Gesellschaften von Religionen lernen können. Konkret: Welche Strukturen oder Elemente sind Religionen zu eigen, die auch über sie hinaus für die Gesellschaft relevant sein können, etwa der Umgang mit Trauer, das Verhältnis zur Kunst oder Gastfreundschaft.

In De Bottons Buch gefiel mir eine Passage besonders, in der die eigene Bedeutung im Universum erläutert wird. In einer Zeit, in der Gott als Erklärung weggebrochen ist, beschreibt er diese neue Perspektive wie folgt:

»When God is dead, human beings – much to their detriment – are at risk of taking psychological centre stage. They imagine themselves to be commanders of their own destinies, they trample upon nature, forget the rhythms of the earth, deny death and shy away from valuing and honouring all that slips through their grasp, until at last they must collide catastrophically with the sharp edges of reality.

[..]

The secular world is lacking an equivalent cycle of moments during which we, too, might be prodded to imaginatively step out of the earthly city and recalibrate our lives according to a larger and more cosmic set of measurements. If such a process of re-evaluation offers any common point of access open to both atheists and believers, it may be via an element in nature which is mentioned in both the Book of Job and Spinoza’s Ethics: the stars.

[..]

Myopically, the scientific authorities who are officially in charge of interpreting the stars for the rest of us seem rarely to recognize the therapeutic import of their subject matter.«

So schwer der Gedanke auch sein mag, oft hilft es und ist befreiend, sich seiner eigenen – verschwindend geringen – Bedeutung im Universum bewusst zu sein. Es kann, wie De Botton richtig schreibt, eine therapeutische Kraft haben. Doch Atheisten, die sich nicht an einen ‘Allwissenden’ wenden können, benötigen andere, säkulare Situationen oder Anlässe bei, in denen sie diese Gedanken zulassen dürfen. Dafür setzt sich De Botton ins einem Buch ein.

Standard
Das Internet geht nicht mehr weg

Steve Jobs erklärt Cloud Computing – 1997.

1997 hat sich Steve Jobs bei der WWDC hingesetzt und eine Stunde lang die Fragen des Publikums – das hauptsächlich aus Entwicklern bestand – beantwortet. Das dabei entstandene Video ist äußerst sehenswert; nicht nur, weil es Jobs’ unfassbare Fähigkeit zum Fokus und die bekannte Kundenorientierung der Apple-Produkte zeigt, sondern auch, weil Jobs darin bereits 1997 eine Vision für Cloud Computing zeichnet, wie sie auch heute noch dazu dienen kann, ‘Cloud’ zu erklären.

Continue reading
Standard