Rezension

Wie viel Erde braucht der Mensch?

Wenn ich genug Land hätte, so fürchtete ich niemand, nicht einmal den Teufel!

In Lew Tolstojs Erzählung “Wie viel Erde braucht der Mensch?” geht es um einen habgierigen Bauern, dem so viel Land versprochen wird, wie er an einem Tag umgehen kann. Natürlich macht er einen weiten Bogen und – aber lest selbst. Bei “Gutenberg” kann man die Erzählung vollständig nachlesen.

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Empörung

Dressed To Kill

Es war nicht schwer zu finden. Das Kreiswehrersatzamt lag direkt an einer Stadtbahnhaltestelle in einem Industriegebiet. Ich war relativ früh da, doch einige junge Leute, um die zehn oder fünfzehn an der Zahl, warteten schon. Ein älterer Mann, der die 60 wohl knapp überschritten hatte, empfing mich, gab mir eine rote Mappe und hakte mich auf der Liste der zu Musternden als anwesend ab. Er stellte mir den Kontaktsoldat vor. Er hatte ein bundeswehrgrünes Schild angenäht, auf dem “Freitag” stand. Ich wollte ihm sagen, dass heute Montag war, unterließ es allerdings. Der ältere Mann schien heimlich eine Beere vom Strauch der übernatürlichen Freundlichkeit genascht zu haben. “Ja, Herr Heuer.” – “Vielen Dank, Herr Heuer.” – “Einmal Platz nehmen, Herr Heuer.”

Ich nahm also Platz und sah mir die rote Mappe an. In ihr befand sich eine Art Ablaufplan der Musterung. Als ich sie durchgelesen hatte, sah ich mich um. Zwischendurch wurden immer wieder einige der Jungen aufgerufen (“Hackelmeier! Hackelmeier! Hack-el-mei-er!!” – “Komme, komme.”) und trotteten mit gesenkten Köpfen einem davonstratzenden Personalmenschen hinterher. Bei mir dauerte es dreißig Minuten bis eine nette Frau mit blonden Haaren mich aufrief. Wir kontrollierten meine Daten und sie stellte die berüchtigte Fragen “Zivildienst oder Bundeswehr?”, die ich natürlich mit “Bundeswehr” beantworteet. Relativ schnell war ich aus ihrem Raum wieder draußen und die Reise führte mich in den Labortrakt.

Ein Umkleideraum versperrte den Weg. Spind aufgeschlossen, schnell umgezogen und neben die anderen Wartenden gesetzt. Ich saß nicht lange, da wurde ich gemeinsam mit einem anderen Jungen aufgerufen. Uns wurde der Weg zur Toilette gewiesen und da standen wir nun. Becher mit Namen in der Hand, Hose heruntergelassen. Gerade als die Peinlichkeit des Nebeneinanderstehens in der Toilette bei der Urinprobe am Größten war, fragte ich, ob er wisse, wie voll wir den Becher machen mussten. Nein, er wüsste es auch nicht. Gut, dachte ich mir, jedenfalls ist die Anonymität etwas gebrochen. Als wir endlich meinten, eine adequate Fülle erreicht zu haben, gingen wir zum Arztzimmer. Dort stellten wir die Becher auf einen Tisch, der schon voll von allerlei anderen Proben war. Mein Miturinant wurde zuerst gewogen und vermessen und gab seine Atteste ab. Dann war ich dran. Die Assistentin war echt heiß, puh, ja, das habe ich mir gemerkt. Als wir gemessen und gewogen waren, gingen wir wieder zurück zum Warteraum in der Umkleide.

Mir gegenüber saß ein junger Mann, auf dessem T-Shirt ein Gewehr mit dem Schriftzug “Dressed to Kill” abgebildet war. Die Assistentin kam von Zeit zu Zeit und rief einige andere zur Urinprobe.  Manche kamen auch wiederholt – da klappte es nicht auf Anhieb. Kann ich verstehen. Nach einer weiteren halben Stunde hörte ich dann endlich den Namen “Heuer” und während ich noch trauerte, die scharfe Arzthelferin nie wieder zu sehen, stand ich im Büro eines männlichen Arztes. Er stellte mir einige Fragen zu möglichen Vorerkrankungen und Medikamenten und prompt kamen wir auf meinen Rücken zu sprechen, wegen dem ich auch einige Atteste eingereicht hatte. Ich musste mich oben freimachen und er machte einige Übungen mit mir. Ob ich schwer heben könne. Wurde natürlich verneint. Schließlich: “Ja, dann nehmen wir Sie raus.”. Ich versuchte, meine Miene nicht zu verändern und ich glaube, es gelang mir auch. Ich war also raus.

Dann ging alles ganz schnell. Ich musste mir den Bescheid nur noch gedruckt abholen. Wieder zu dem Mann vom Anfang und noch eine Bescheinigung für die Schule geholt, um meine Abwesenheit zu entschuldigen – das war’s. Ich bin froh, dass ich vor dem schlimmsten Teil bereits ausgemustert war…

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Rezension

Christy Moore

Ich habe heute Christy Moore für mich entdeckt. Der irische Musiker hat einige großartige Songs geschrieben und gecovert.

“Ride On” ist das beste Lied, dieses Gefühl zusammen mit der Authentizität – ich nehme es ihm ab.

Auch hervorragend ist “Smoke and Strong Whiskey”.

Ich hätte nicht gedacht, dass es jemanden gibt, der an die Version von Johnny Cash herankommt. Oh doch, Christy Moore hat das geschafft. In einer Soundcheck-Pause.

Eine gute musikalische Entdeckung. Bin stolz auf mich.

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Bemerkenswertes

Mit den Augen schreiben

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<p><a href="http://www.eyewriter.org/">EyeWriter</a> ist eine Technologie, mit der Patienten statt ihrer Hände ihre <b>Augen</b> zum Schreiben verwenden können. Spannend.</p></div>
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Bemerkenswertes

London in den Zwanzigern – und in Farbe

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<p>Großartiges Video von London aus dem Jahr 1927 - und sogar in Farbe!</p></div>
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Bemerkenswertes

Wenn man Google im Interview kritische Fragen stellt…

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  <blockquote class="posterous_short_quote">Umso überraschter waren wir dann als der oberste Presse-Chef von Google, der während des Interviews die ganze Zeit zu meiner Linken gesessen und alle meine Fragen offenbar mitgeschrieben hatte, uns zwei Stunden später in der Lobby des Westin Hotels ansprach. Dass er ziemlich sauer und wütend über uns war, wurde uns nach dem ersten Satz klar: “We are the f…… most innovative company in the world” erklärte er uns laut. “Wieso sprecht ihr nicht über die vielen Innovationen, die Google herausbringt”?</blockquote>
<p>Interessant, wenn die Fassade bröckelt. Marcus Schuler beschreibt, was bei Google passiert, wenn zwei deutsche Journalisten kritische Fragen stellen.

Wer die ganze Reportage von Marcus und Richard Gutjahr sehen will, kann soe sich heute Abend im BR um 21:15 Uhr anschauen.

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