Momente

Tanzdrang

Berlin / Herbst 2017

Ich kritisiere tanzen nicht. Um etwas kritisieren zu können, muss man es wirklich verstanden haben. Jeder soll frei tanzen. Doch hat sich mir der Tanz—vielmehr der Drang, es zu tun—nie erschlossen. Oft habe ich Menschen dabei beobachtet, wie sie ihre Körper elegant in Bewegung bringen, mal mehr oder weniger auf die Musik abgestimmt, und tanzen. Aber ich war nie wirklich Teil von ihnen, selbst wenn ich versucht habe, sie zu imitieren.

Der Tanz ist nichts Natürliches, denke ich manchmal, er ist kulturell und als solcher kann man, wenn diese Kultur einem selbst fremd ist, auch nicht tanzen. Zwar kann man die Bewegungen erlernen, sich die Handlungsabfolgen einprägen oder einzelne Muster merken, doch man wird nie die Kultur dahinter verstehen können, die zum Tanz antreibt. Diesen Drang.

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Rezension

Callahan

Eine ähnliche Begebenheit wie vor sieben Jahren mit Nick Cave hatte ich vergangenes Wochenende mit Bill Callahan, der sich früher Smog nannte. Nachdem ich ihn erstmals entdeckte, habe ich mir direkt einige Alben gekauft–gekauft, da Bills Label Drag City seine Musik nicht auf Streamingdiensten zur Verfügung stellt–und höre diesen großartigen Poeten seitdem auf Repeat. Neben dem oben verlinkten Artikel gibt es noch eine weitere schöne Einführung in seine Diskographie. You’re welcome.

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