Discovering the good things in life

Meditation.

Vor einigen Wochen schenkte mir mein bester Freund ein Buch: Mindfulness In Plain English des buddhistischen Mönchen Henepola Gunaratana. Ich wusste, dass er bereits seit einigen Jahren meditiert und wir hatten in der Woche zuvor darüber gesprochen. Er gab mir das Buch zusammen mit einem Verweis auf einen Artikel von ihm.

Ich hatte mich bereits zuvor ein wenig mit dem Buddhismus beschäftigt und dadurch auch gröberes Wissen von Meditation, aber eine weitere Beschäftigung fand nicht statt. Bis jetzt.

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Essay

Das beste Europa, das wir kennen.

Vorige Woche sah ich eine Rede von Dr. Navid Kermani, die er anlässlich des 65. Geburtstages des Grundgesetzes vor den Abgeordneten des Bundestages hielt. Er lobte stark und überschwänglich den Weitblick der Mütter und Väter des Grundgesetzes. Er kritisierte die deutsche Asylpolitik, ja, aber er lobte die Grundrechte, die unsere Verfassung festschreibt. Er wies darauf hin, dass noch nicht alle im Grundgesetz verankerten Prinzipien in gebührendem Rahmen umgesetzt sind, doch kam, nachdem er die unmittelbare Vergangenheit Europas dargelegt hatte, Nationalismus und Schützengräben, Kalter Krieg und Berliner Mauer, zum Schluss: Wir leben im besten Europa, das wir kennen.

Ich dachte darüber nach, aber vergaß die Rede schnell wieder.

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Denkt niemand an die Tiere?

Blackfish: Warum wir Orcas nicht einsperren sollten.

Gestern Abend habe ich Blackfish gesehen, die Dokumentation über SeaWorld und deren Umgang mit Orcas, gezeigt am Beispiel des in Freiheit gefangenen und seit Jahrzehnten eingesperrten Tilikum.

Zu Wort kommen ehemalige Trainer, die sich sehr kritisch über die Haltungsbedingungen dieser Lebewesen bei SeaWorld äußern und Experten erzählen von ihrem Sozialverhalten, das Orca-Leben in der Wildbahn und wie krass es für sie ist (sein muss), in Isolation zu leben.

Besonders Bewegend: Ein steinharter “alter Seebär”, der bei der Gefangennahme von Tilikum dabei war und der unter Tränen sagt, er habe (rückblickend betrachtet) nie in seinem Leben etwas Traurigeres erlebt als diesen nur wenige Monate alten Orca seiner Mutter zu entreißen.

Sehenswert!

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Denkt niemand an die Tiere?

Veganismus ist kein Verzicht.

Verzicht bedeutet, dass ich etwas nicht in Anspruch nehme oder etwas aufgebe, obwohl ich es könnte. Dem Verzicht schwingt, wird er im Kontext des Veganismus gebraucht, oft noch eine Bedeutung mit: »Wow, du verzichtest? Das könnte ich nicht.«

Diese Aussage ist jedoch, muss leider gesagt werden, ziemlich wenig durchdacht.

Wenn ich mir sage, ich verzichte ein Jahr auf Alkohol, dann verzichte ich ein Jahr darauf. Oder wenn ich mir vornehme, dass ich Alkohol nicht trinken sollte. Ich weiß, dass ich Alkohol konsumieren könnte, doch ich entscheide mich bewusst, es nicht zu tun. Überwinde mich. Trotze Versuchungen.

Lehne ich etwa hingegen den Konsum von Drogen (auch schwächeren) ethisch ab, so wird sich für mich keine Versuchung ergeben, ich würde keinen Alkohol trinken – denn ich könnte nicht.

Das ist der – eigentlich doch einfache – Grund, weshalb ethisch motivierte Veganer keine Versuchungen kennen. Weshalb sie nicht vor den Supermarktregalen stehen und sich überwinden müssen. Denn sie können nicht.

Veganismus ist eine Einstellung, eine Ethik. Er hinterfragt das Verhältnis von Spezies untereinander und bietet eine Lösung.

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Denkt niemand an die Tiere?, Essay

Mensch & Tier.

Tiere kommen in menschlichem Denken hauptsächlich mit Besitz- und Herrschaftsansprüchen vor. Herrschaft zeigt sich bereits, wenn von Mensch auf der einen Seite und Tier auf der anderen Seite gesprochen wird, also eine einzelne Art dem Rest gegenübergestellt wird. Ein speziesistischer Dualismus.

In Begriffen wie Haustier oder Nutztier findet sich der Besitzanspruch wieder. Eine durch die Geburt als Mitglied einer speziellen Art festlegte Rolle, der das Mitglied nicht entfliehen kann. Sein Lebensziel ist vorherbestimmt.

Eine Ausgrenzung findet sprachlich in der Verschiedenartigkeit der Worte statt, die gleiche Dinge beschreiben: fressen statt essen, Fell statt Haar, säugen statt stillen. Euphemismen wie schlachten, statt den einzig wahren Begriff dafür zu nutzen: ermorden.

Unreflektiert ihrer sprachlichen Kraft werden diese Wörter benutzt. Die Liste könnte beliebig lang fortgeführt werden.

Diese Kategorien jedoch sind konstruiert und resultieren aus einer auf Ausbeutung basierenden menschlichen Denkweise, die sich herunter brechen lässt auf: Leben wird nicht Leben genannt, Gleiches nicht als Gleiches geachtet.

Wie befreien wir uns aus diesem Denken?

Es muss eine radikale Revolution stattfinden: Eine Befreiung aus den Fängen sprachlich-gedanklicher und tatsächlicher Unterdrückung.

Denn auch der Mensch hält sich durch diese Einstellung selbst in Fesseln. Um frei zu sein, muss man zuerst sich selbst frei machen, schrieb einst schon Max Stirner.

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Denkt niemand an die Tiere?

»Aber das ist doch meine persönliche Entscheidung!«

Jeder Tierrechtler hat in einer Diskussion sicherlich schon einmal das Argument gehört, der Konsum von tierlichen Produkten eine persönliche Entscheidung sei – also eine nur dem Einzelnen obliegende Privatsache. Und man sollte doch, ganz wie er schließlich uns respektiert, dieses auch umgekehrt tun.

Dass dieser Vergleich so nicht stimmt, lässt sich an einem Beispiel erörtern.

Nehmen wir eine theoretische Situation an: Jemand wird von Malcolm X, dem amerikanischen Bürgerrechtler, eingeladen. Während des Besuchs äußert sich dieser abfällig über Dunkelhäutige. Er meint, dass er Malcom Xs Anliegen zwar löblich findet, dass eben er doch auch akzeptieren müsse, dass es andere Meinungen gäbe, wie etwa das Kategorisieren von Menschen anhand von ›Rassen‹.

Wie hätte Malcolm X reagiert?

Dass Tierrechte keine ‘persönliche Entscheidung’ sind, lässt sich leicht zeigen, indem man sich ansieht, was gemeinhin unter einer solchen verstanden wird..

Persönliche Entscheidung bedeutet, dass ich morgens entscheide, ob ich das blaue oder das schwarze T-Shirt anziehe. Nur ich allein bin betroffen. Ich würde mir nicht anmaßen, das T-Shirt für meinen Nachbarn herauszusuchen. Der Nachbar hat schließlich ein Interesse daran, sich selbst seine Shirts rauszulegen. (Und vielleicht trägt er eh lieber Hemden?)

Also: persönliche Entscheidungen betreffen nur uns und keinen anderen. Sie betreffen nur unsere eigenen Interessen. Somit ist der Konsum von Tierprodukten keine persönliche Entscheidung. (Dass dabei Tiere für meinen Konsum getötet werden und somit noch andere Interessen als meine berücksichtigt werden müssen, ist an dieser Stelle selbsterklärend.)

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