Vorgestern habe ich “The Fountain” gesehen, ein Film von Darren Aronofsky mit Hugh Jackman und Rachel Weisz in den Hauptrollen. In ihm geht es vordergründig um eine Beziehung zweier Menschen, die allerdings im wahrsten Sinne des Wortes zum Tode verurteilt ist. Wie das mit Kunst – und so bezeichne ich den Film – ist, gibt es am Ende kein wahr und falsch, kein richtig und daneben. Darin geht es um das ewige Leben und das Streben danach, das sich über mehr als tausend Jahre hinzieht. In drei Storylines, in denen die Protagonisten jeweils von Jackman und Weisz gespielt werden, verfolgt man diese Suche. Im 16. Jahrhundert geschieht sie mit geistlicher Hilfe, im 21. Jahrhundert durch die Wissenschaft und dann, in der Zukunft, wiederum durch einen wunderlichen Baum. Ob dieses als benötigte Rückbesinnung der Menschheit auf naturelle, nicht-technische Werte gedeutet werden kann, bin ich mir nicht sicher.
Nun, nachdem das Hauptthema dargelegt ist, sollten nur diejenigen weiterlesen, die den Film gesehen haben. Während des Schauens änderten sich die Interpretationen in meinem Kopf. Zuerst dachte ich, die Frau des Wissenschaftlers hätte den Spanier erfunden, um in ihrer verzweifelten Suche nach einem Weg des Weiterlebens eine Hoffnung zu haben. Am Ende war ich begeistert, schockiert und überrascht: Die Aussage des Films ist eine andere, tiefergehende: Wir leben doch ewig. Sozusagen: Sterben ist nötig, um ewig zu leben. Wenn wir sterben, werden unsere Überreste von kleinen Organismen zersetzt und fließen wieder in den Kreislauf des Lebens mit ein. Wir leben ewig – als Teil der Natur. Klar geworden ist mir das, als der Spanier den Saft des Baumes trinkt, der ihm ewiges Leben verschafft. Anstatt tausende Jahre alt zu werden, wird er allerdings zu Gestrüpp, er vereint sich wieder mit der Natur, Neues entsteht durch seinen Zerfall. Ewiges Leben.Über Musik
Es ist erstaunlich, was zum zum Denken anregt: Zu den Klängen von Pink Floyds Dark Side Of The Moon an einem Sonntag Morgen mache ich mir Gedanken über den Stand der Musik in der Welt.
Angeregt wurde ich auch schon durch ein Gespräch von Freitag Abend, wo ein gerade kennengelernter Audiotechniker folgenden Satz formulierte, der sich mir mittlerweile in mein Gehirn gepflanzt hat: “Heutzutage geht es nicht mehr um die Klänge, sondern um die Anzahl der Verkäufe”. Es ging darum, welche hervorragende Qualität Plattenspieler liefern im Gegensatz zu CDs oder erst recht MP3s und dass Songs extra von der Klangbandbreite begrenzt werden (müssen?).
Es kann sein, dass dieser Satz etwas abgewandelt gesagt wurde, da er erst in meinem Kopf die Formen annahm, die er für mich jetzt vertritt. Denn er sagt alles aus, was die Musik seit der Jahrtausendwende für mich verkörpert – und nicht verkörpert.
Dass heute das, was wir unter “Musiker” verstehen, nicht mehr der Singer-Songwriter ist, sondern eine Marionette, die Songs aus einer Massenproduktion erhält und diese interpretiert (was soll das eigentlich bedeuten, bezogen auf etwa Britney Spears? Wo ist ihre “Interpretation”, ihre Deutung?). Wenn ich “heutige ‘Musiker'” sage, meine ich die Chartgrößen. Ich meine nicht die vielen kleinen Bands, die in Deutschland und auf der Welt proben, um ihre Musik zu verbessern, eigene Texte dazu schreiben, experimentieren. Auch nicht die Straßenmusiker und ihr Herzblut.
Das heutige Musikbgeschäft erinnert mich an den Künstler Martin Kippenberger, der seine Werke auch nicht selbst anfertigte und sich einfach durch seine Show, das Drumherum, von anderen Künstlern abhob. Und Erfolge feierte. Doch welche wichtige Bereicherung lieferte Kippenberge der Kunst mit der Kunst, die er nicht selbst anfertigte?
Für mich wird Musik in letzter Zeit immer wichtiger. Mir geht es dabei nicht darum, wie oft ein Stück oder ein ganzes Album verkauft wurde, sondern um den künstlerischen, experimentellen Ansatz daran, die Bedeutung der Lyrics, das Zusammenspiel von ebendiesen und Melodie, schlichtweg: um genau das, worum es den heutigen “Musiker” nicht mehr geht.
Die Musik, die heute produziert wird, verträgt sich nicht mit meinem Hörverhalten. Ich möchte mir nicht stupide Partymucke reinballern à la “Hey, das geht ab” oder “Fire burnin’ on the dance floor” und ich möchte nicht sich wiederholende Loops und Synthesizergedöns – ich möchte Musik. Gitarrenriffs, belastete Stimmen bis zum Äußeren, Kunst. Ja, Kunst.
Mit diesen Gedanken im Hinterkopf versteht man meine Aussage, dass ein wahrer Musiker froh wäre, wenn seine Musik getauscht würde, hoffentlich besser. Denn dem echten Musiker geht es darum, Menschen mit seiner Kunst zu begeistern. Und wenn Menschen seine Kunst nun einmal auf YouTube konsumieren möchten…
Es gibt Augenblicke, da liege ich auf dem Bett, höre ein Musikstück und bin so ergriffen, dass ich die Schönheit dieses Musikstückes über meine Umwelt stelle, abhebe sozusagen. Das ist Kunst.
“What is written is more important than who writes it”
Why is it anonymous? Many hands write The Economist, but it speaks with a collective voice. Leaders are discussed, often disputed, each week in meetings that are open to all members of the editorial staff. Journalists often co-operate on articles. And some articles are heavily edited. The main reason for anonymity, however, is a belief that what is written is more important than who writes it. As Geoffrey Crowther, editor from 1938 to 1956, put it, anonymity keeps the editor “not the master but the servant of something far greater than himself. You can call that ancestor-worship if you wish, but it gives to the paper an astonishing momentum of thought and principle.”
Großartige Einstellung zum Journalismus, den The Economist da vertritt.
Über die Arbeit
Da ich einer Diskussion letztens die Frage aufkam, wie ich Arbeit definiere, habe ich mir darüber Gedanken gemacht und meine Grundthese einmal zusammengefasst:
Für mich bedeutet Arbeit nicht, dass ich einem Unternehmen diene, sondern dass das Unternehmen mir dient. Nicht so, dass das Unternehmen für mich arbeitet (im Sinne von Dienerschaft), sondern dass es meine Weiterentwicklung und -bildung als Mensch beflügelt und mir so einen Mehrwert schafft, mir dient. Diese Wissensvermittlung läuft oft im Rahmen der Tätigkeit ab, kann aber auch durch einzelne Menschen ausgelöst werden. Wenn zwischen den Interessen des Unternehmens und den Lern- und Entwicklungsinteressen des Arbeitnehmers Synergien vorherrschen, dann ist das optimal.
Die unglaubliche Wandlungsfähigkeit des Nick Cave
Seit noch gar nicht allzu langer Zeit gehört der Singer-Songwriter Nick Cave zu meinem Stamm-Musikensemble. Ein Punkt, für den ich ihn mehr als die meisten anderen Musiker schätze, ist, dass er Künstler geblieben ist, während vielen dem schnellen Geld hinterhergelaufen sind. Cave versteht es, bei jedem Gig mit seinen Songs zu spielen, sodass jede Version anders klingt, ein anderes Element den Song ausmacht.
Eine eher langsamere Version hat Nick Cave 2004 in Portugal vorgetragen.
Eine schnellere Version gibt es hier – dazu noch mit Sprechgesang und verändertem Text:
Eine teilweise schnellere und aggressivere Version mit seiner Band “And The Bad Seeds”
Nicht nur Nick Caves Gabe, jeden Song immer und immer wieder zu verwandeln hat ihm eine große Ehrung eingebracht: ein Cover durch Johnny Cash.
Wow, der muss live noch mehr rocken. Wäre gerne dabei, wenn er sich in Deutschland rumtreibt. Musste mal gesagt werden.
“They don’t want a population of citizens capable of critical thinking.”
There’s a reason for this, there’s a reason education sucks, and it’s the same reason it will never ever ever be fixed. It’s never going to get any better. Don’t look for it. Be happy with what you’ve got… because the owners of this country don’t want that. I’m talking about the real owners now… the real owners. The big wealthy business interests that control things and make all the important decisions. Forget the politicians. The politicians are put there to give you the idea that you have freedom of choice. You don’t. You have no choice. You have owners. They own you. They own everything. They own all the important land. They own and control the corporations. They’ve long since bought and paid for the Senate, the Congress, the state houses, the city halls. They got the judges in their back pockets and they own all the big media companies, so they control just about all of the news and information you get to hear. They got you by the balls. They spend billions of dollars every year lobbying. Lobbying to get what they want. Well, we know what they want. They want more for themselves and less for everybody else, but I’ll tell you what they don’t want. They don’t want a population of citizens capable of critical thinking. They don’t want well-informed, well-educated people capable of critical thinking. They’re not interested in that. That doesn’t help them. That’s against their interests. That’s right. They don’t want people who are smart enough to sit around a kitchen table and think about how badly they’re getting fucked by a system that threw them overboard 30 fuckin’ years ago. They don’t want that. You know what they want? They want obedient workers. Obedient workers, people who are just smart enough to run the machines and do the paperwork. And just dumb enough to passively accept all these increasingly shittier jobs with the lower pay, the longer hours, the reduced benefits, the end of overtime and vanishing pension that disappears the minute you go to collect it. And now they’re coming for your Social Security money. They want your fuckin’ retirement money. They want it back so they can give it to their criminal friends on Wall Street. And you know something? They’ll get it. They’ll get it all from you sooner or later ’cause they own this fuckin’ place. It’s a big club and you ain’t in it. You and I are not in the big club. By the way, it’s the same big club they use to beat you over the head with all day long when they tell you what to believe. All day long beating you over the head with their media telling you what to believe, what to think and what to buy. The table has tilted, folks. The game is rigged and nobody seems to notice. Nobody seems to care. Good, honest, hard-working people: white collar, blue collar, it doesn’t matter what color shirt you have on. Good, honest, hard-working people continue — these are people of modest means — continue to elect these rich cocksuckers who don’t give a fuck about them. They don’t give a fuck about you. They don’t give a fuck about you. They don’t care about you at all! At all! At all! And nobody seems to notice. Nobody seems to care. That’s what the owners count on. The fact that Americans will probably remain willfully ignorant of the big red, white and blue dick that’s being jammed up their assholes every day, because the owners of this country know the truth. It’s called the American Dream, ’cause you have to be asleep to believe it.
Der großartige George Carlin at his best.
Zehn Zitate (feat. @bosch)
Auch in diesem Halbjahr sind mir wieder interessante Zitate und Redewendungen untergekommen, von denen ich die besten zehn hier gerne für euch zusammenfasse. Viel Vergnügen. (Mehr gibt es in unregelmäßigen Abständen auf Tumblr)
“My ambition is handicapped by my laziness.”
Charles Bukowski
Hermann Hesse “Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.”
Henry Ford “Wer anfängt, ist schon den halben Weg gegangen.”
Mir unbekannt “Du mußt ein Examen bestehen, und die Jobs die du bekommst sind entweder Schuhe putzen, oder Kühe hüten, oder auf Schweine aufpassen. Gott sei Dank will ich nichts davon! Verdammt nochmal!”
Arthur Rimbaud, 1854, im Alter von zehn Jahren, darüber das Rossat Institut besuchen zu müssen, wo seine Mutter ihn und seinen älteren Bruder Frédéric angemeldet hat “Optimismus ist nur ein Mangel an Information.”
Heiner Müller (gefunden durch @bosch) “Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann.”
Jean-Paul Sartre “If there’s one thing you can say about mankind: there’s nothing kind about man.”
Tom Waits “Es gibt Leute, die wollen lieber einen Stehplatz in der ersten Klasse als einen Sitzplatz in der dritten. Es sind keine sympathischen Leute.”
Kurt Tucholsky “There’ll be two dates on your tombstone,
And all your friends will read ‘em;
But all that’s gonna matter
Is that little dash between ‘em.”
Kevin Welch
“Menschen werden wie Nummern behandelt.”
Schließlich muss ich noch einmal Erich Fromm zitieren, der mich mit “Die Seele des Menschen” geprägt hat und damit eine neue Leidenschaft angefacht hat: Psychologie. Hier ein Abschnitt, der in vollem Maße meine Meinung trifft.
Unsere Einstellung zum Leben wird immer mechanischer. Unser Hauptziel ist es, Dinge zu produzieren, und im Zug dieser Vergötzung der Dinge verwandeln wir uns selbst in Gebrauchsgüter. Die Menschen werden wie Nummern behandelt. Es geht nicht darum, ob sie gut behandelt und ernährt werden (auch Dinge kann man gut behandeln); es geht darum, ob Menschen Dinge oder lebendige Wesen sind. Die Menschen finden mehr Gefallen an mechanischen Apparaten als an lebendigen Wesen. Die Begegnung mit anderen Menschen erfolgt auf einer intellektuell-abstrakten Ebene. Man interessiert sich für sie als Objekte, für die ihnen gemeinsamen Eigenschaften, für die statistischen Gesetze des Massenverhaltens, aber nicht für lebendige Einzelwesen. All dies geht Hand in Hand mit einer ständig zunehmenden Bürokratisierung. In riesigen Produktionszentren, in riesigen Städten, in riesigen Ländern werden die Menschen verwaltet, als ob sie Dinge wären; die Menschen und die, welche sie verwalten, verwandeln sich in Dinge, und sie gehorchen den Gesetzen von Dingen. Aber der Mensch ist nicht zum Ding geschaffen; er geht zugrunde, wenn er zum Ding wird, und bevor es dazu kommt, gerät er in Verzweiflung und möchte das Leben abtöten.
Im bürokratisch organisierten und zentralisierten Industriestaat wird der Geschmack dergestalt manipuliert, daß die Leute auf vorauskalkulierbare und gewinnbringende Weise möglichst viel konsumieren. Ihre Intelligenz und ihr Charakter wird durch die ständig zunehmende Rolle von Tests standardisiert, welche den Mittelmäßigen und das Wagnis Vermeidenden vor den Originellen und Wagemutigen den Vorrang einräumen. Tatsächlich hat die bürokratisch-industrielle Zivilisation, die in Europa und Nordamerika den Vorrang gewonnen hat, einen neuen Menschentyp geschaffen, den man als den Organisationsmenschen, den Automatenmenschen und als homo consumens bezeichnen kann. Er ist außerdem ein homo mechanicus, worunter ich einen menschlichen Apparat verstehe, der sich von allem Mechanischen angezogen und von allem Lebendigen abgestoßen fühlt. Zwar ist der Mensch von der Natur mit so starken biologischen und physiologischen sexuellen Trieben ausgestattet, daß selbst der homo mechanicus noch sexuelle Begierden hat und sich nach Frauen umsieht. Aber andererseits ist nicht zu bezweifeln, daß das Interesse des Automatenmenschen an den Frauen abnimmt. Eine New Yorker Karikatur weist treffend darauf hin: eine Verkäuferin, die einer jungen Kundin ein bestimmtes Parfüm verkaufen möchte, empfiehlt es ihr mit den Vi’orten: »Es riecht wie ein neuer Sportwagen.« Jeder, der heute das Verhalten der Männer aufmerksam beobachtet, wird bestätigen, daß diese Karikatur mehr ist als ein guter Witz.. Offensichtlich gibt es heute sehr viele Männer, die sich mehr für Sportwagen, für Fernseh- und Radiogeräte, für Raumfahrt und alle möglichen technischen Spielereien interessieren als für Frauen, Liebe, Natur und ein gutes Essen. Die Beschäftigung mit nichtorganischen, mechanischen Dingen stimuliert sie stärker als das Leben. Es ist nicht einmal allzu abwegig zu vermuten, daß der Stolz und die Begeisterung des homo mechanicus über Geräte, die Millionen von Menschen auf eine Entfernung von mehreren tausend Meilen innerhalb von Minuten töten können, größer ist als seine Angst und Niedergeschlagenheit über die Möglichkeit einer solchen Massenvernichtung. Der homo mechanicus genießt noch den Sex und den Drink, aber er sucht diese Freuden in einem mechanischen und unlebendigen Rahmen. Er meint, es müsse da einen Knopf geben, den man nur zu drücken brauche, um Glück, Liebe und Vergnügen zu erhalten. (Viele gehen zum Psychotherapeuten mit der Illusion, er könne ihnen sagen, wo so ein Knopf zu finden ist.) Ein solcher Mann betrachtet die Frauen mit denselben Augen, mit denen er ein Auto betrachtet.
Was macht den Menschen böse?
Dieser spannenden Frage ist vor einigen Jahrzehnten der Psychologe Erich Fromm nachgegangen und hat seine Erkenntnisse im dem Buch “Die Seele des Menschen” niedergeschrieben. Drei Faktoren konnte Fromm herausarbeiten, die zusammen das sogenannte “Verfallssyndrom” bilden.
Ein Faktor ist für Fromm Nekrophilie: die Liebe zum Toten. Er bezieht Nekrophilie nicht auf die sexuellen Gelüste, sondern zu dem Hintergrund: ein nekrophiler Mensch etwa ‘kann zu einem Objekt – einer Blume oder einem Menschen – nur dann in Beziehung treten, wenn er sie besitzt’. Nekrophile Tendenzen sind gegen das Leben gerichtet. Nekrophile Menschen streben nach Gewissheit; im Tode als einzig Gewisses sehen sie die Antwort. Jeder Mensch hat nekrophile und biophile – “biophil”: die Liebe des Lebendigen – Neigungen: ‘es kommt darauf an, welche der beiden Tendenzen dominiert’.
Eine gewisse Selbstliebe wohnt jedem Menschen inne, doch ist er normalerweise auf ‘das sozial akzeptierte Minimum reduziert’. Ist dieser Narzißmus stärker ausgeprägt, ist es dem narzißtischen Menschen unmöglich, sich in eine andere Person als die eigene hineinzuversetzen. Laut Fromm gibt es noch eine weitere, meiner Meinung nach um einiges Spannendere, Variante: der Gruppen-Narzißmus. Hier überträgt sich die Liebe auf eine Gruppe, etwa die Nation oder ‘Rasse’. Jeder Ursprung von Nationalismus oder religiösen Fanatismus ist Gruppen-Narzißmus und somit die ‘Überschätzung der eigenen Einstellung und de[r] Hass gegen alles, was davon abweicht’.
Zum Schluss geht Fromm auf eine gestörte Mutterbindung ein, die “inzestuöse Symbiose”. Kann ein Kind die Mutterbindung nicht überwinden, kommt es zu einer krankhaften Bindung. Bezieht sich die Mutter im Kindesalter auf die Person, die Geborgenheit und uneingeschränkte Liebe verspricht, können später andere Dinge zur “Mutter” werden. Hier liegt eine Verwandschaft zum Narzißmus vor.
Treten diese drei Phänomene gemeinsam auf, spricht Fromm vom “Verfallssyndrom”. Je größer diese Regressionsebenen – also das Streben auf alle diese Faktoren zu – bei einem Menschen ist, desto ‘böser’ ist er.
Im Radio
Am Mittwoch Morgen war ich auf SWR3 zu hören. Anhängend findet ihr einen Zusammenschnitt meines Redebeitrags. Sehr schön, wie die Leute bei SWR3 mein Interview-Gestotter zu verwertbaren Material gemacht haben. Vielen Dank!
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