Anruf bei Timo

Wenn Alice einen Anruf tätigt…

Gespräch mit einer Verkaufsberaterin von Alice am Telefon.

“Hallo, Alice hier. Wir möchten Ihnen gerne die SmartDisk vorstellen, damit Sie Ihre Daten sichern können.”
“Das mache ich schon mit Dropbox.”
“Wir sind aber günstiger.”
“Ah, ok, na, dann erzählen Sie.”
Blabla. Sie redet, ich sage nur “Ja” und nicke, doch als mir allerdings wieder einfällt, dass es ein Telefonat ist, höre ich auf zu nicken.
Dann: “Ja, schicken Sie mir dazu eine Mail mit mehr Infos zu.”
“Gut. Dann zeichne ich unser Gespräch ab jetzt auf, wenn das OK ist.”
“Ja, gern, wenn es nötig ist.”
“So, Herr Heuer, ich beantrage jetzt für Sie eine SmartDisk für 3,90 im Monat und…”
“Moment, so nicht, ich habe zugestimmt eine Mail mit weiteren Informationen zu bekommen, mehr nicht.”
Sinngemäß: “Aber es ist doch so günstig…”
“Mag sein, aber ich muss mich nicht von Ihnen verarschen lassen.”
“Oh, das tut mir leid. Dann war’s das auch schon, ist noch etwas unklar oder haben Sie Fragen?”
“Es ist einfach alles unklar.”
“Gut, dann….”
“Ja, dann tschüss.”

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Anruf bei Timo

Interview über die Piratenpartei

Das Interview wurde von einer Journalistensch&uuml;lern an der Journalistenschule in M&uuml;nchen gef&uuml;hrt. <br />
1. Sind Sie Pirat und wenn ja, seit wann?
Nein. Meine Wahlentscheidung für oder gegen die Piraten fiel bei der Bundestagswahl auch erst zehn Minuten vor meinem Kreuzchen. Es war sehr schwierig. Auf der einen Seite eine Partei, bei der ich mich mit allen Punkten identifizieren kann, die aber nur ein Thema hat, auf der anderen eine Partei, mit der ich etwa 90 Prozent übereinstimme, die aber alle wichtigen Themen besetzt.
2. Aus welchem sozialen und politischen Umfeld kommt Ihrer Meinung nach das durchschnittliche Parteimitglied?

Gut gebildet, männlich, um die 30, ehemalige Grüne oder Linke. Das klingt sehr klischeemäßig, aber so stelle ich mir den typischen Pirat vor.

3. Waren Sie schon früher politisch engagiert, bzw. Parteimitglied bei einer anderen Partei? Wenn ja: Warum haben Sie die Partei gewechselt?

Ich knüpfe politisches Engagement nicht zwingend an parteipolitisches Engagement. Ich bin ein politischer Mensch, doch ich habe nie einer Partei angehört und denke, ich würde auch vor jeder Wahl meine Stimme erneut überdenken.

4. Für wie engagiert halten sie die Parteimitglieder? Ist ein im Durchschnitt stärkeres Engagement als bei anderen Parteien zu beobachten?

Ich denke, bei anderen Parteien sieht man aufgrund der Masse an passiven Parteimitgliedern die Blüten derjenigen nicht mehr, die aktiv partizipieren. Bei den Piraten sieht man sie. Aber generell kann man schon sagen, dass die Piraten wirklich aktiv sind, auch mit Ständen in den Fußgängerzonen oder auf Demonstrationen. Ich mag aber nicht beurteilen, ob dieser verstärkte Aktiv-Gestalten-Drang nicht auf alle neugegründeten Parteien zutrifft.

5. Neben der spezifischen Themenwahl der Piraten, die sie ganz klar von den etablierten Parteien unterscheidet, können Sie mir die Andersartigkeit der Piraten mit ein paar Worten erklären?

Auch wenn es teils in Chaotische ausarten kann, wie man beim Bundesparteitag der Piraten gelernt hat, leben sie die Demokratie. Jedes Mitglied war gleichberechtigt und jedem stand Redezeit zu. Das hat mich sehr beeindruckt.

6. Wie werden Sie von anderen Parteien wahrgenommen? Erfahrungen?

Guido Westerwelle von der FDP und ich meine mich zu erinnern, auch Gregor Gysi von den Linken, haben im Wahlkampf davon gesprochen, dass jede Piraten-Stimme eine verschenkte Stimme wäre. Angela Merkel spricht von “Meinen Freunden aus dem Internet”, wenn auf ihrer Wahlkampfveranstaltung junge Menschen mit Piraten-Flaggen anwesend waren.

7. Wird die Partei auf der politischen Bühne bestehen können? Ist der Name dabei nicht eher hinderlich?

Der Name ist Außenstehenden schwer zu vermitteln, das gebe ich zu. Nicht jeder Bürger weiß, dass “Pirat” hier nichts mit Somalia oder Klaus Störtebeker zu tun hat, sondern als – so habe ich das verstanden – Verballhornung der Bezeichnung “Piraten” für Raubkopierer. Dass die Piratenpartei aus dem ähnlich klingendem “The Pirate Bay” heraus gegründet wurden, ist übrigens ein oft verbreiteter Trugschluss. Die beiden Institutionen stehen in keiner Verbindung zueinander.

Leider wage ich auch nicht zu beurteilen, inwieweit der Name Protest- und Spaßwähler anlockt, die einfach bei den Piraten ihr Kreuz machen, weil der Name lustig klingt. Allzu viele dürften es aber hoffentlich nicht sein. Und die CDU wird ja auch von vielen nur gewählt, “weil wir das immer so gemacht haben”.

8. Kann man die Piraten als die “Grünen des 21. Jahrhunderts” bezeichnen?

Leider war ich bei der Gründung der Grünen gar nicht geboren. Das kann ich leider nicht beurteilen. Was die Grünen aber erreicht haben: Das Thema Umweltschutz steht nun überall auf der Agenda. Das erhoffe ich mir auch von der Piratenpartei.

9. Welche konkreten Ziele verfolgt die Partei nun nach der Wahl? Welche Themen werden Sie in Kürze in ihr Programm aufnehmen?

Das kann ich nicht sagen, da ich zuwenig Einblick habe.
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Anruf bei Timo

“Sitzen Sie gut”?

Klingeling.

“Heuer?”
“Mit wem genau spreche ich?”
“Timo Heuer.”
“Hallo. Mein Name ist (..). Sitzen Sie gut?”
“Ähm, nein.”
“Gut. Wir haben Sie als einer der hundert ersten erreicht und deshalb sind Sie in der Endrunde des Ausschreibens. Dabei ist nicht die Frage, ob sie etwas gewinnen, sondern dass sie was gewinnen.” (ich wundere mich über die Formulierung)
“Was für ein Ausschreiben?”
“Auf sie warten Millionengewinne von Sponsoren wie BMW, Lufthansa, … Was sagen Sie?”
“Na, solange ich nicht irgendwelche Nummern anrufen oder Geld im Voraus bezahlen muss”
(Währenddessen spricht die Stimme schon weiter, es hört sich für mich zwar nach einer menschlichen Stimme an, die aber vom Band kommt)
“Zu einem Unkostenbeitrag von 44,90 monatlich, das sind ja kaum mehr als 1 Euro pro Tag … ”
(Stimme spricht währenddessen weiter)
“Achso, daran habe ich dann kein Interesse.”
(Stimme spricht währenddessen weiter)
“Also machen wir einen Datenabgleich. Vorname: … ”
“Schön, dass Sie angerufen haben. Auf Wiederhören.”

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Anruf bei Timo

Wollen Sie ein Handy, Herr Heuer?

“Herr Heuer, wir würden Ihnen gerne ein kostenloses LG-Handy geben. LG kennen Sie, oder?”

“Ja.”

“Super, Herr Heuer! Wäre ein Prepaid-Handy. Prepaid sagt Ihnen was, oder Herr Heuer?”

“Ja.”

“Okay. Das Handy ist aber sehr hochwertig, deshalb wäre es mit einem sechsmonatigen Beziehen einer Zeitschrift aus unserem Hause verbunden. Natürlich vergünstigt, Herr Heuer. Das ist kein Abo, Herr Heuer, denn das dürfen wir von hier aus ja gar nicht. Nach den sechs Monaten gehört das Handy Ihnen, Herr Heuer.”

“Äh. Da habe ich kein Interesse dran.”

“Achso. Dann einen schönen Tag.”

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