Momente

Das Mädchen aus der Tram

Ich war in Berlin um einen Freund zu besuchen. Er wohnte im Prenzl’Berg, ist aber sonst eigentlich ganz cool. Ich fuhr in der Tram. An einer Station stieg ein Mädchen zu: ziemlich klein für ihr Alter, lässige Hip-Hop-Kleidung, ein hübsches Gesicht. Sie trug riesige Kopfhörer über ihren lockigen blonden Haaren.

Ich schaute einige Male zu ihr auf. Sie lächelte. Jedes Mal. Ob zufällig oder nicht, immer wenn ich sie anblickte, sah sie zurück. Dann stieg sie plötzlich aus.

Ich habe sie seitdem nicht vergessen. Diese Fremde, die mich kurz mit ihrer Freundlichkeit verblüffte. Vielen Menschen habe ich von dieser Begegnung erzählt. Sie enthielt so viel Besonderes, so viel Spannung. Jedes Mal wenn sich unsere Blicke trafen, sahen wir uns einige Sekunden in die Augen und begannen zu lächeln.

Obwohl ich mir meine Traumfrau nie zuvor vorgestellt hatte, wusste ich jedoch, dass sie es nicht war. Dennoch: dieser flüchtige Moment hatte eine ungeheure Magie. Eine Magie, wie man sie nur selten im Leben spürt. Und wenn, dann ist es auch schon zu spät. Und sie war fort.

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