Geschichte des Bieres

· vor 11 Jahren · 3 min Lesezeit · Discovering the good things in life

Dieser Text ist von Februar 2015 und damit 11 Jahre alt. Meine Sicht auf manches hat sich seitdem vielleicht geändert und einige Links funktionieren nicht mehr.

Was ist Bier eigentlich?

Bier ist ein alkoholisches Getränk, das hauptsächlich aus vier Zutaten hergestellt wird: Wasser, Malz, Hopfen und Hefe. Dem Prozess des Bierbrauens liegt die Fermentierung zugrunde. Dabei teilt die Hefe den Zucker in Alkohol und Kohlensäure.

Die Anfänge

Es ist möglich, dass die Kunst des Bierbrauens sogar vor dem Aufkommen von Ackerbau und Viehzucht zwischen 9.000 und 7.000 vor Christus betrieben wurde (so waren zu diesem Zeitpunkt bereits alle dazu nötigen Verfahren bekannt), die ersten gesicherten Beweise führen jedoch ins China vor 7.000 Jahren. Es ist unklar, ob sich das Bierbrauen von hier aus über Mesopotamien ausbreitete oder an verschiedenen Orten der Welt unabhängig entdeckt wurde.

Bereits im zweiten Jahrtausend vor Christus nahm Bier eine wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung ein. Nicht nur war Bier ein wichtiges Handelsgut, die Babylonier erließen sogar Gesetze, die ihre Braumethoden vor Nachahmung schützen sollten, um dadurch ihren Handel zu sichern. In der Blüte des Ägyptischen Reichs wurde Bier sowohl zu festlichen als auch gewöhnlichen Anlässen getrunken.

Erst die Griechen begannen 500 Jahre vor Christus damit, Wein dem Bier vorzuziehen. Hatten auch sie zuvor noch Bier gebraut und getrunken, zeigt sich ab diesem Zeitpunkt in den Schriften griechischer Philosophen die Überzeugung, Bier sei zu unzivilisiert und barbarisch. Im Römischen Reich wurde diese Auffassung weitestgehend geteilt.

Anfangs wurde das Bier, besonders bei den Ägyptern, von Frauen gebraut. Karl der Große legte mit dem Bau von Klöstern den Bierbrauprozess in die Hände der Männer – und in die der Klöster. Das Konzept der Brauklöster ver- breitete sich über Deutschland, die Britischen Inseln und Skandinavien.

Die erste größere Innovation im Brauprozess war die Verwendung von Hopfen zur Verlängerung der Haltbarkeit im Jahr 800.

Bier kommt ins Kloster

Anfangs wurde das Bier ausschließlich an die Mönche selbst, Wanderer und Arme ausgeschenkt. Später begannen sie, auch für andere Zielgruppen Bier zu brauen. Entscheidender Faktor für die Verbreitung von Bier im Mittelalter (und alkoholischer Getränke generell) ist die Verschmutzung des Trinkwassers, weswegen oftmals Alkoholika auch zur Stillung des Durstes konsumiert wurden.

Zudem wurde Bier oft für spirituelle und medizinische Zwecke verwendet und war aufgrund seiner nahrhaften Eigenschaften geschätzt. Der Konsum war auch in der Fastenzeit nicht verboten.

Kommerzialisierung des Bierbrauens

Bis zum 14. Jahrhundert blieb Brauen hauptsächlich den Mönchen vorbehalten. Erst ab diesem Zeitpunkt wurden kommerzielle Brauereien gegründet; Bier avancierte zu einem beliebten Getränk.

Im 15. Jahrhundert stieg, mit dem Wachstum des durchschnittlichen Einkommens, auch die Nachfrage nach Bier. Allmählich wurden Tavernen und Gaststätten gegründet. Zu dieser Zeit wurden auch die ersten weitreichenden Ge- setze erlassen: festgelegt wurde nicht nur Besteuerung, sondern auch Bestandteile und Preise von Bier.

Nach der Entdeckung Amerikas wurde Bier neuem indirektem Wettbewerb ausgesetzt: Tee, Kaffee und Getränke auf Kakao-Basis. Auch andere alkoholische Getränke wie Wein oder Spirituosen sanken zunächst in der Bedeutung.

Der Grundstein für die industrielle Produktion von Bier wurde Ende des 19. Jahrhunderts durch die Erfindung der Dampfmaschine, von Kühlsystemen und der Möglichkeit der massenhaften Flaschenproduktion gelegt.

In den Jahren des Ersten und Zweiten Weltkriegs sank die weltweite Bierproduktion. Aufgrund einer Knappheit an Mitarbeitern und Rohstoffen mussten viele Brauereien schließen. Durch die Folgen der Kriege kam es weiterhin zu Rohstoffknappheiten.